IG BAU fordert mehr Personal für Bauämter

Zwischen Januar und Juni wurde im Landkreis Zwickau der Neubau von 195 Wohnungen genehmigt. Das sind 8,3 Prozent mehr als im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres. Im Vogtlandkreis lag der Zuwachs bei 6,4 Prozent (103 Wohnungen). Bei ihren Angaben beruft sich die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) auf neueste Zahlen des Statistischen Bundesamts. Investitionen von insgesamt 38,4 Millionen Euro (20,9 Millionen im Vogtland) planen demnach die Bauherren im Kreis Zwickau, um aus den erteilten Genehmigungen neue Wohnungen zu machen. Die IG BAU Südwestsachsen sieht jedoch Luft nach oben. „Viele Sozialwohnungen sind aus der Preisbindung gefallen – und jetzt mit deutlich höherer Miete auf dem Markt. Gegen den Schwund bei Sozialmietwohnungen und gegen den Mangel an bezahlbaren Wohnungen hilft nur eins: bauen, bauen, bauen“, sagt Bezirksvorsitzender Andreas Herrmann. Erschwert werde das Bauen und Planen allerdings durch fehlendes Personal in den Bauämtern. Nach IG BAU-Angaben sank die Zahl der Beschäftigten in den kommunalen Baubehörden in Sachsen zwischen 1995 und 2010 um 22 Prozent – zwischen 2011 und 2016 dann noch einmal um weitere 39 Prozent. Das hat eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung herausgefunden. Danach kamen auf 1.000 Einwohner in Sachsen zuletzt lediglich rund 0,7 Vollzeit-Beschäftigte in den Bauverwaltungen. „Der jahrelange Personalabbau in den Ämtern rächt sich in Zeiten einer anziehenden Baukonjunktur besonders“, sagt Herrmann. Engpässe bei der Planung und Genehmigung führten dazu, dass wichtige Bauprojekte verschleppt würden. Das betreffe auch die kommunale Infrastruktur – wie den Bau von Schulen, Straßen und Krankenhäusern.