Museumssalon: Gurlitt und „Das junge Dresden“

Im nächsten Museumssalon geht es am Mittwoch um die erste Ausstellung, die Hildebrand Gurlitt im Frühjahr 1926 im damaligen König-Albert-Museum eröffnete. Unter dem Titel „Das junge Dresden“ hatte der ein Jahr zuvor an das Museum berufene Kunsthistoriker die künstlerische Avantgarde der nahen Residenz- und Kunststadt Dresden in die Industriestadt Zwickau geholt. Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier gaben Einblick in das zeitgenössische Kunstgeschehen. Werke von Otto Griebel, Hans Grundig, Wilhelm Lachnit oder Bernhard Kretzschmar aus jenen Jahren zählen heute zu denen wesentlichen Beispielen einer neusachlichen Malerei Dresdner Provenienz. „Das junge Dresden“ war Auftakt einer ganzen Reihe ambitionierter Ausstellungen, mit denen das Zwickauer Museum unter Hildebrand Gurlitt Anschluss fand an die Reihe der fortschrittlichen Sammlungs- und Ausstellungshäuser der Weimarer Republik. Hildebrand Gurlitt war zuletzt im Zusammenhang mit dem sogenannten Münchner Bilderfund wieder Gegenstand eines großen öffentlichen Interesses. Am Beispiel des „jungen Dresdens“ stellt die Dresdner Kunsthistorikerin Linda Karohl ab 18 Uhr die beteiligten Künstler, ihre Werke und den ersten hauptamtlichen Zwickauer Museumsdirektor als Vermittler und Förderer einer jungen avantgardistischen Kunst vor.

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