Lohn-Schieflage auf westsächsischen Dächern

Die 660 Dachdecker im Landkreis Zwickau und 280 Dachdecker im Vogtlandkreis müssen weiter auf eine Lohnerhöhung warten. Das kritisiert die IG Bauen-Agrar-Umwelt mit Blick auf die laufende Tarifrunde für das Handwerk. „Der Bau-Boom beschert auch den Dachdeckerbetrieben volle Auftragsbücher und gute Umsätze. Trotzdem sperren sich die Arbeitgeber gegen ein längst überfälliges Lohn-Plus“, kritisiert Gewerkschafter Andreas Herrmann. Die IG BAU Südwestsachsen fordert sechs Prozent mehr Geld für Dachdecker und 100 Euro mehr im Monat für Azubis. Bei einem Facharbeiter stünden damit 184 Euro pro Monat mehr auf dem Lohnzettel. In der letzten Tarifverhandlung hätten die Arbeitgeber lediglich ein minimales Plus auf dem Level der Inflationsrate geboten. Anspruch auf tarifliche Bezahlung haben Gewerkschaftsmitglieder, deren Firma Mitglied der Arbeitgeberinnung ist. Werde das Dachdeckerhandwerk bei der Bezahlung nicht deutlich attraktiver, drohe die Branche von der Lohnentwicklung abgehängt zu werden, befürchtet Herrmann. Die Gewerkschaft fordert den Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks auf, in der jetzt anstehenden Schlichtung „endlich ein solides Lohn-Angebot“ vorzulegen. Andernfalls drohe das endgültige Scheitern des Tarifkonflikts.