Auf Irrwegen den Todesstreifen entlang

Vor 30 Jahren fiel der eiserne Vorhang, der Deutschland in Ost und West geteilt hat. Als Mauer, Stacheldraht und Streckmetallzaun noch standen, war es nicht nur lebensgefährlich, den Osten bei Nacht und Nebel zu verlassen – es war für Ortsunkundige beinahe unmöglich. Die Landkarten der DDR haben im Grenzgebiet zum Teil überhaupt nicht gestimmt, so dass eine Orientierung im Gelände reine Glückssache war. Einige Straßen waren überhaupt nicht eingezeichnet, Flussverläufe waren auf der Karte verfälscht wiedergegeben – an der Staatsgrenze war ein Atlas vom VEB Hermann Haack Gotha vollkommen unbrauchbar. Viele haben sich auf der Flucht verlaufen und kamen nach einer lebensgefährlichen Tour durch das Unterholz wieder im Osten heraus, wo sie schon von den Grenztuppen empfangen wurden. Heute, 30 Jahre später, haben sich Schüler der Plauener Hufelandschule auf den Weg gemacht, um das Grenzgebiet zwischen Lehensten und dem einst geteilten Dorf Mödlareuth zu erkunden. Funfact am Rande: auch die haben sich verlaufen.

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