Bahnanlagen sind kein Abenteuerspielplatz

StromschlagIn den vergangenen fünf Jahren ereigneten sich bei der Bahn AG hunderte Unfälle durch unerlaubtes Überqueren der Gleise. Etwa 50 Unfälle passierten im gleichen Zeitraum durch Klettern auf Waggons oder Strommasten. Aus diesem Grund haben Bahn und Bundespolizei kurz nach Ferienbeginn erneut vor dem Betreten von Bahnanlagen gewarnt. Auch wenn ein Foto bzw. Selfie auf Gleisen oder die Abkürzung über die Schienen noch so verlockend sei – hier drohe ernste Gefahr, so Bahnbetriebsleiter Markus Krittian. Züge können Hindernissen nicht ausweichen und haben einen Bremsweg von bis zu 1.000 Metern. Darüber hinaus sind moderne Züge wesentlich leiser als ihre Vorgängermodelle und daher erst spät zu hören. Die Geschwindigkeit ist ebenfalls nicht zu unterschätzen: ICE-Züge sind im Durchschnitt mit 160 km/h unterwegs – auch in Bahnhöfen und an Haltepunkten. „Auch das Klettern auf abgestellte Züge oder Oberleitungsmasten ist lebensgefährlich“, warnt Polizeioberrat Jan-Henrik Minor von der Bundespolizei. „Fast monatlich verzeichnen wir einen Bahnstromunfall von Kindern oder Jugendlichen. Die meisten enden mit schwersten Verletzungen oder tödlich“. Man müsse die Oberleitung nicht einmal berühren, schon bei bloßer Annäherung riskiere man einen lebensbedrohlichen Stromüberschlag.