Landkreis braucht 13.650 Senioren-Wohnungen

Im Landkreis Zwickau werden in den kommenden Jahren rund 13.650 altengerechte Wohnungen fehlen. Das geht aus der aktuellen Studie „Wohnen 65plus“ hervor, die das Regionaldaten-Institut Pestel gemacht hat. Die Wissenschaftler aus Hannover geben darin erstmals auf der Grundlage der neuen Zensus-Zahlen eine Prognose für die Bevölkerungsentwicklung. Demnach werden im Jahr 2035 im Landkreis Zwickau rund 103.330 Menschen älter als 65 Jahre sein – 17 Prozent mehr als heute. „Mit der starken Zunahme Älterer wird auch die Zahl der Pflegebedürftigen rasant wachsen“, sagt Pestel-Studienleiter Matthias Günther. Die Prognose für den Landkreis Zwickau gehe von rund 18.220 Pflegebedürftigen im Jahr 2035 aus. „Bei dieser Entwicklung wird es höchste Zeit, barrierearme Wohnungen für Senioren zu schaffen. Ziel muss es sein, die älteren Menschen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden wohnen zu lassen. Auch dann noch, wenn sie dort ambulant gepflegt werden müssen. Die Alternative ist der Umzug ins Pflegeheim. Genau das wollen viele Ältere aber nicht“, sagt Matthias Günther. Zudem führe die stationäre Pflege im Heim zu enormen Mehrkosten. Insgesamt müssen im Landkreis 213 Millionen Euro in das altersgerechte Bauen investiert werden. Nur so kann es nach Angaben des Pestel-Instituts gelingen, die rund 13.650 zusätzlichen Senioren-Wohnungen zu schaffen. Dies funktioniere jedoch nur dann, wenn es hierfür finanzielle Anreize gebe: „Es ist dringend notwendig, den Neubau und das Sanieren von altersgerechten Wohnungen stärker zu fördern“, sagt Matthias Günther. Insbesondere der Bund sei hier gefordert. Die Verbände appellieren an die Bundestagskandidaten aller Parteien im Landkreis Zwickau, sich wesentlich stärker um dieses Sozialthema zu kümmern.