„Döner-Morde“ ist Unwort des Jahres

Der Ausdruck „Döner-Morde“ ist das Unwort des Jahres 2011. Das gab die Jury aus sechs Sprachexperten am Dienstag in Darmstadt bekannt. Mit „Döner-Morde“ wurden von Polizei und Medien die von einer neonazistischen Terrorgruppe verübten Morde an zehn Menschen bezeichnet. Der Ausdruck stehe dafür, dass die politische Dimension der Mordserie jahrelang verkannt oder willentlich ignoriert wurde, so die Jury. Die Unterstellung, die Motive der Morde seien im kriminellen Milieu von Schutzgeld- und Drogengeschäften zu suchen, sei mit dieser Bezeichnung gestützt worden. Damit habe „Döner-Mord über Jahre hinweg die Wahrnehmung vieler Menschen und gesellschaftlicher Institutionen in verhängnisvoller Weise beeinflusst.“ Auf dem zweiten und dritten Platz folgten die Begriffe „Gutmensch“ und „Marktkonforme Demokratie“. Zum „Börsen-Unwort des Jahres“ wurde der Begriff „Euro-Gipfel“ gekürt.