Niedriglohn auf dem Vormarsch

niedriglohn_grNach Einschätzung von DGB-Regionsvorsitzender Sabine Zimmermann sei 2010 kein gutes Jahr für die Erwerbslosen und Beschäftigten im Landkreis Zwickau gewesen. Das hochgelobte Wunder auf dem Arbeitsmarkt beruhe auf dem Boom von Billigjobs wie Leiharbeit und Teilzeitarbeit. Sinkender Arbeitslosigkeit stehe eine steigende Zahl von Niedriglohnarbeitsplätzen gegenüber. Das normale Vollzeitarbeitsverhältnis mit existenzsichernder Entlohnung werde immer mehr zum Auslaufmodell. Derzeit gibt es im Landkreis rund 9.000 Beschäftigte, die ergänzende Hartz IV-Leistungen beziehen, seit 2005 ein Anstieg von über 20 Prozent. Bei den Leiharbeitskräften gibt es 742 Hartz IV-Aufstocker, an die monatlich insgesamt 306.267 Euro ausgezahlt werden.

Leiharbeit habe im Vorjahresvergleich (Stichtag 30.06.2010) um 96,3 Prozent zugenommen. Im Vergleich zu 2005 erhöhte sich die Anzahl der Leiharbeitsbeschäftigten sogar von 1.933 auf derzeit 6.340. Leiharbeitskräfte verdienen bis zu 50 Prozent weniger als die Stammbeschäftigten der Entleihbetriebe.