Meteorologe kritisiert Vorhersagen unseriöser Kollegen

Symbolbild. Foto: Pietrzik

Symbolbild. Foto: Pietrzik

Hamburg – Das Institut für Wetter- und Klimakommunikation kritisiert die von so genannten Wetterexperten getätigten Aussagen über das Wetter in den kommenden Monaten. Frank Böttcher, Leiter des Institutes für Wetter- und Klimakommunikation und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft in Norddeutschland stellt klar: „Wir können heute seriös Wetterprognosen für ein paar Tage machen. Wie das Wetter in ein paar Wochen wird, wissen wir nicht.“ Im Bezug auf die gestern in verschiedenen Tageszeitungen gedruckten Temperaturkurven kritisiert er seine Kollegen scharf: „Da werden Temperaturkurven für den kommenden Winter veröffentlicht, die der Öffentlichkeit glaubhaft machen sollen, man können die Temperaturen in dieser Form für irgendeinen Ort vorhersagen. Das ist so, als würden sie Lottozahlen vorhersagen. Man muss schon sehr mutig sein, wenn man mit diesen Prognosen an die Öffentlichkeit geht und damit in die ohnehin großen Fußstapfen von Nostradamus treten will.“

Als wissenschaftliche Arbeit könne man diese Informationen aus seiner Sicht nicht betrachten. „Da bringen ein paar Kollegen die Meteorologie auf Kosten einer Schlagzeile in Verruf. Sie nutzen die Unkenntnis der Öffentlichkeit über die Tatsache, dass solche Prognosen nicht möglich sind. Wenn der Zufall es will, landen diese Leute einen Treffer und nehmen für sich die Richtigkeit in Anspruch. Liegen sie daneben, schweigen sie und hoffen auf unsere Vergesslichkeit.“, so Böttcher.

Die aktuell führenden Langfristmodelle namhafter Forschungseinrichtungen zeigen lediglich grobe Trends auf und lassen keinerlei Aussagen darüber zu, wie kalt oder warm, nass oder trocken es an einem bestimmten Tag in drei Monaten wird. Dafür sind die Aussagen der Modelle zu grob, das System zu chaotisch und der Prognosezeitraum zu groß. „Wir können heute nur Aussagen treffen wie: Der Januar wird mit einer Wahrscheinlichkeit von X Prozent in Mitteleuropa um etwa Y Grad Celsius kälter ausfallen. Damit kann man weder seinen Urlaub planen noch sollte man mit dieser Aussage zig Tonnen Streusalz ordern.“ Es müsse doch inzwischen jedem klar sein, dass wir das Wetter für den 20. März des nächsten Jahres heute nicht voraussagen können. Wir müssen die Grenzen der Vorhersagbarkeit akzeptieren.“