Drohender Deichbruch hält Rettungskräfte und Anwohner in Atem

Oelsnitz, OT Taltitz – (jm,gk) Durch den zügigen und besonnenen Einsatz zahlreicher Rettungskräfte ist Taltitz am Samstag knapp einer Katastrophe entgangen. Wegen der erheblichen Niederschlagsmengen der vergangenen Tage und des damit steigenden Wasserdrucks war der Damm des etwas oberhalb der Ortsmitte gelegenen Mühlteiches stark aufgeweicht und drohte zu brechen. Bereits in den Nachmittagsstunden hatte sich das aus Lehm und aufgeschüttetem Boden bestehende Bauwerk um knapp 30 Zentimeter verschoben und war an einer Stelle mehr als 50 Zentimeter abgesackt. THW, Feuerwehr und Polizei evakuierten daraufhin rund 60 Personen aus insgesamt fünf Häusern und zwei Gaststätten unterhalb des rund zwei Hektar großen Gewässers. Sie mussten die Nacht bei Bekannten oder Verwandten verbringen. Zudem wurde die Autobahn 72 zwischen den Anschlussstellen Pirk und Plauen-Süd in beiden Richtungen für rund sechs Stunden voll gesperrt. Seitens der Experten bestand die Befürchtung, dass, wenn sich der knapp 30.000 Kubikmeter fassende Teich explosionsartig entleert, die Wasser-, Schlamm- und Geröllmassen weniger als zwei Minuten später die Fahrbahnen überfluten und damit zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führen. Nach einer Einschätzung der aktuellen Gefahrenlage durch einen Sachverständigen der Landestalsperrenverwaltung konnte die Vollsperrung der Bundesautobahn gegen 23:30 Uhr wieder aufgehoben werden. Auch die Hochwasserlage an dem betroffenen Gewässer entspannt sich zusehends. Bei einer Beratung des Krisenstabes am Sonntag wurde vor Ort eingeschätzt, dass eine akute Gefahr für die Anwohner nicht mehr bejaht werden kann. Alle Evakuierungsmaßnahmen wurden daher um 10:30 Uhr aufgehoben. Eine periodische Nachsicherung der Gefahrenstelle erfolgt durch die örtliche Feuerwehr. Bereits am Montag soll mit den notwendigen Sanierungsmaßnahmen begonnen werden.