DGB: Mobilitätsdruck am Arbeitsmarkt nimmt weiter zu

pendlerDie Anzahl der Arbeitnehmer, die pendeln müssen, hat weiter zugenommen. Preis der erhöhten Mobilität ist laut DGB zunehmender Stress bis hin zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Nach Einschätzung der Regionsvorsitzenden Sabine Zimmermann resultiere die hohe Anzahl der Pendlerinnen und Pendler wesentlich aus der schlechten Arbeitsmarktsituation in Südwestsachsen, wo in den letzten 10 Jahren über 10 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze verloren gegangen seien.

2009 pendelten in Südwestsachsen insgesamt 128.108 Beschäftigte zu ihrem Arbeitsort, im Vergleich zu 2004 knapp 8000 mehr. Damit ist mittlerweile jeder vierte Beschäftigte in Südwestsachsen ein Pendler. In andere Bundesländer pendelten 41.609 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. An der Spitze stand hier Bayern mit 16.426 Auspendlern. 91 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer pendelten nach Bremen.

Aus anderen Bundesländern pendelten hingegen nur 19.094 Beschäftigte in die süd-westsächsische Region. Die hohe Pendlerzahl in andere Bundesländer entlastet damit ganz wesentlich den Arbeitsmarkt in Südwestsachsen. Würden nicht so viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die langen Fahrtwege in Kauf nehmen, um arbeiten zu können, wäre die Lage am südwestsächsischen Arbeitsmarkt weitaus dramatischer.

Dennoch, so Zimmermann, dürfe es nicht sein, dass sich mit dieser Entwicklung abgefunden wird. Ziel müsse sein, für mehr Beschäftigung, vor allem auch fair entlohnte Arbeit, in Südwestsachsen zu sorgen. Hier seien Politik und Wirtschaftsförderung gefordert, einerseits eine nachhaltige erfolgreiche Förderpolitik zur Ansiedlung von Unternehmen zu betreiben und andererseits Konzepte zu erarbeiten, dass nicht noch mehr Arbeitsplätze abgebaut werden, so die Gewerkschafterin.