Fernsehstar kommt ins Museum

Musik für Sie 1Mitte Mai wurde er in der langjährigen MDR-Show „Musik für Sie“ erstmals einem großen Publikum vorgestellt: der Horch 930 S. Vor einigen Monaten hat das August Horch Museum damit eine wichtige Lücke in seinem Sammlungsbestand geschlossen. Und nachdem es auf der Showbühne für gehörig Furore sorgte, wird der inzwischen 62jährige Schatz in diesen Tagen in die Ausstellung überführt. Bereits 1939 war der umgangssprachlich auch Stromlinien-Horch genannte Wagen eine der Attraktionen auf der IAA in Berlin. Es entstanden allerdings nur zwei Exemplare – eine Serienfertigung wurde durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verhindert. Unmittelbar danach ließ die Sowjetische Militäradministration durch das Werk Horch in Zwickau nochmals drei Wagen in der Vorkriegsausführung aufbauen. Die letzten vier Fahrzeuge wurden in den Jahren 1947/48 ausgeführt, die jedoch in der Frontpartie im Zeitgeschmack gestalterisch überarbeitet wurden. Während den technischen Unterbau das Fahrgestell des Horch 930 V mit V8-Motor bildete, zählten zu den Besonderheiten des Aufbaus das für einen serienmäßigen Einsatz eines Autoradios ausgelegte Armaturenbrett, der auf ganzer Länge der Fahrgastzelle durch Wegfall der B-Säule mögliche Einstieg und die Verwendung von Sitzen, die zu einer kompletten Liegefläche umgebaut werden konnten. Aufsehen erregend – auch im MDR-Fernsehen – war das ausklappbare Waschbecken auf der Beifahrerseite, während auf gleicher Höhe der Fahrerseite die Bordapotheke untergebracht war. Der „Waschbecken“-Horch brachte es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 187 km/h. Von den insgesamt sieben Fahrzeugen sind lediglich zwei Nachkriegsmodelle erhalten geblieben. Ein Stück Seltenheit kann ab sofort in der Audistraße bestaunt werden. Das zweite in der Ausstattung von 1939 steht bei der Audi AG in Ingolstadt. Geöffnet ist das Museum jeweils Dienstag bis Sonntag von 9.30 bis 17.00 Uhr, Montag ist geschlossen. Führungen können telefonisch unter (0375) 27 17 38 12 bestellt werden.