DGB Südwestsachsen: Dramatischer Wandel am Arbeitsmarkt

9367073Der DGB Südwestsachsen sieht einen dramatischen Wandel am regionalen Arbeitsmarkt. Die Arbeitsplätze seien zunehmend unsicher, befristet, in Teilzeit und schlecht entlohnt. Nicht der Druck des Marktes, so Regionsvorsitzende Zimmermann, sondern vor allem die Politik habe diese Prekarisierung der Arbeit in den letzten Jahren bewusst voran getrieben. Schutzmechanismen wurden abgebaut und durch Hartz IV Druck auf Arbeitslosen ausgeübt, Arbeit zu jedem Preis anzunehmen, die Lohnspirale nach unten drehe sich immer schneller.

Die Leiharbeit wurde ausgebaut. Ein zunehmendes Problem sei auch die unfreiwillige Teizeitbeschäftigung  Von 2000 bis 2009 stieg die Zahl der Betroffenen um über 36 Prozent an, von knapp 20.000 auf fast 27.000 Stellen.

Während Vollzeitbeschäftigung in den letzten neun Jahren um über 18 Prozent zurück ging, habe der Anteil von befristeten Beschäftigungsverhältnissen enorm zugenommen und betrage heute fast 60 Prozent. Begleitet werde diese Entwicklung durch ein Lohndumping, welches immer mehr an Fahrt gewinne. Ende 2009 gab es im Kreis Zwickau über 9500 Personen, die vom Lohn ihrer Arbeit nicht mehr leben konnten und ergänzendes Arbeitslosengeld II beantragen mussten. Daher fordert der DGB die flächendeckende Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes von 8,50 EUR pro Stunde.