RSC-Rollis Zwickau holen Bronze in Rom

img_8787Der RSC-Rollis Zwickau hat im Champions Cup in Rom den Bronzerang errungen. Am Sonntag bezwangen die Sachsen den italienischen Tabellenführer Lottomatica Elecom Rom im kleinen Finale mit 79:72 (20:22/ 42:35/ 59:60) und schlossen das Turnier der europäischen Königsklasse damit auf Platz drei ab. Cupsieger wurde der deutsche Meister RSV Lahn-Dill, der sich im Endspiel gegen Gastgeber Santa Lucia durchsetzte. Die Medaille nach dem letzten Spiel der Saison war der verdiente Lohn eines wahren Kraftaktes für die Muldestädter, die unter keinen günstigen Bedingungen in den Champions Cup starteten. Denn nach der Auftaktniederlage gegen Fundosa Madrid schien das Halbfinale vorerst in weite Ferne zu rücken. Zudem laborierte Mateusz Filipski noch an einer schweren Handprellung aus dem Play-off-Finale und spielte das gesamte Turnier mit einer Spezialbandage. Auch im Bronzespiel gegen Elecom konnte der polnische Nationalspieler nicht auf diese Maßnahme verzichten. Umso höher sind die 36 Punkte zu bewerten, die Filipski gegen die Römer versenkte und damit zum Topscorer der Partie wurde. Wie jedoch schon in den Gruppenspielen gegen Elecom und Galatasaray sah sich die Mannschaft von Piotr Luszynski nach nur wenigen Minuten beim 22:11 zunächst im Rückstand. Dass der deutsche Vizemeister dies binnen weniger Minuten egalisierte und durch einen Dreier von Filipski sogar die Führung übernahem, verdeutlichte einmal mehr die moralische Stärke des RSC-Teams. Die knapp 50 mitgereisten Fans, darunter auch Zwickaus Finanzbürgermeister Bernd Meyer, sahen anschließend einen spannenden Schlagabtausch zweier Spitzenklubs, bei dem die Truppe um Günther Mayer meist die Nase leicht vorn hatte. Während im sächsischen Lager die beiden glänzend aufgelegten Polen Filipski und Luszynski das Geschehen auf dem Parkett bestimmten, stachen bei den Römer vor allem Paralympicsieger Brad Ness und der spätere All-Star Audrey Cayol hervor. Nachdem Ness beim 67:67 vier Minuten vor Schluss noch einmal für seine Farben gleichzog, besorgte Filipski mit einer 8:0-Serie zunächst ein Polster für die letzten Minuten. Adolfo Berdun machte es mit einem Dreier zum 72:75 zwar noch einmal spannend, doch weitere fünf Punkte von Filipski sicherten schließlich die erste Bronzemedaille des RSC im Champions Cup. Das anschließende Endspiel um den Titel gewann der RSV Lahn-Dill gegen Gastgeber Santa Lucia Rom souverän mit 66:42. Der frisch gebackene deutsche Meister machte somit nach Pokal und Meisterschaft das Tripple perfekt und holte seit 2006 den Cup wieder erstmals nach Deutschland. Zusammen mit dem dritten Platz des RSC-Rollis Zwickau gab der deutsche Rollstuhlbasketball damit auch 2010 auf internationaler Bühne eine glänzende Visitenkarte ab. Am Finalsonntag wurde dann auch aus der nationalen Rivalität eine Bande. Erst half der RSV dem Zwickauer Kader beim Shuttletransport der Sportrollstühle, nachdem tags zuvor der Teambus des RSC kurzfristig ausfiel. Anschließend unterstützten sich beide Fanlager in den Spielen gegen die Italiener.

Punkteverteilung

Zwickau: Mateusz Filipski (36), Piotr Luszynski (23), Rostislav Pohlmann (12), Marcin Balcerowski (6), Matthias Heimbach (2), Rainer Müller, Günther Mayer, Frank Oehme, Mehmet Hayirli

Rom: Brad Ness (24), Audrey Cayol (20/2 Dreier), Amine Moukhariq (8), Sando Cherubini (8), Adolfo Berdun (8/1), Michael Harnett (4), Giuliano Patarca, Moreno Paggi, Apostolos Moumtzglou, Mauro Pennino

Endklassment Champions Cup 2010:

1.  RSV Lahn-Dill
2.  CMB Santa Lucia Sport Rom
3.  RSC-Rollis Zwickau
4.  Lottomatica Elecom Sport Rom
5.  Galatasaray Istanbul
6.  Aces WBC
7.  C.D. Fundosa Once Madrid
8.  C.D. Once Andalucia

Programmtipp: Television Zwickau war in Rom dabei! Einen ausführlichen Fernsehbericht sehen Sie im Programm von Television Zwickau am Mittwoch, 5. Mai, um 19:00 Uhr im Abendmagazin „tag aktuell“.

Quelle: RSC Rollis Zwickau