DGB zieht gemischte Bilanz zum 1. Mai in Zwickau

SabineZimmermannDer DGB Südwestsachsen zieht zum Naziaufmarsch in Zwickau eine gemischte Bilanz. Zunächst gelte es festzuhalten,  dass sich den letzten Jahren zu Protestaktivitäten anlässlich Demonstrationen Rechtsextremer nicht annähernd so viele Menschen zusammen gefunden hätten wie am vergangenen Samstag. Das Zwickauer Bündnis für Demokratie habe sich dabei geschlossen wie nie zuvor in seiner Geschichte des Bestehens gezeigt. Auch gelang es bis dato nicht, so viele verschiedene Akteure im Protest zu vereinen. Enttäuschend sei jedoch, dass die Bemühungen nicht belohnt wurden und die Rechtsextremen in beängstigender Art und Weise durch Zwickau ziehen konnten und das in einer in dieser Größenordnung nicht erwarteten Teilnehmeranzahl von mindestens 400. Die NPD spricht selber von deutlich über 500. Damit dürfte diese Demonstration die größte Nazidemonstration nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Zwickau gewesen sein, so der DGB. „Ganz besonders erschreckend ist zudem die enorme Gewaltbereitschaft der Rechtsextremen, die gezielt Gegendemonstranten und Gewerkschafter angegeriffen haben“, sagte die Regionsvorsitzende des DGB Südwestsachsen Sabine Zimmermann. Mit Sorge berichtet Zimmermann über eine Gruppe Rechtsextremer, die den sogenannten „Freien Kräften“, den „Nationalen Sozialisten“, zuzuordnen sei und sich außerhalb des Versammlungsbereiches der NPD am Bahnhof aufgehalten haben soll. Diese habe versucht, die Teilnehmer der Veranstaltung am Gewerkschaftshaus gezielt anzugreifen. Zu dem Zeitpunkt habe keine polizeiliche Absicherung bestanden. Dazu komme das Problem, dass diese rechtsextremen Kräfte, von ihrer Kleidung her, nicht von den Linksautonomen zu unterscheiden gewesen seien. Zimmermann bilanziert: „Wir dürfen nicht nachlassen im Engagement gegen die rechtsextreme Szene. Nach ihrem Erfolg am Samstag werden die Nazis bestimmt schon bald wieder kommen“.