RSC-Rollis liefert großen Finalkampf – Lahn-Dill neuer Meister

Ein 65:65-Unentschieden (16:17/ 35:34/ 52:50) gegen den RSV Lahn-Dill reichte dem RSC-Rollis Zwickau am Ende nicht für die Titelverteidigung. Im Rückspiel des Play-off-Finales in der Wetzlarer Rittal Arena boten die Sachsen dem Gastgeber ein packendes Endspiel vor 2500 Zuschauern. Lange fuhr die Mannschaft um Kapitän Günther Mayer einem Rückstand hinterher. In der letzten Minute bewies dann Mateusz Filipski an der Freiwurflinie eiserne Nerven. Die 16 Punkte Rückstand aus dem Hinspiel konnten allerdings nicht aufgeholt werden, so dass der Meister der Saison 2009/2010 nun RSV Lahn-Dill heißt.

Die Enttäuschung auf den Gesichtern im Zwickauer Lager war deutlich abzulesen, auch wenn Spieler und Betreuer des RSC im Vorfeld um die geringe Chance wussten. Headcoach Piotr Luszynski fand dennoch Lob für sein Team: „Es tut schon weh, den Meistertitel abzugeben, aber mit der heutigen Leistung können wir wirklich zufrieden sein. Wie sich die Mannschaft hier präsentiert und aufgerafft hat, darauf bin ich als Trainer stolz.“ Dabei bezog sich Luszynski nicht nur darauf eine Niederlage vermieden zu haben, sondern auch auf den gesamten Spielverlauf, in dem seine Mannschaft hartnäckig am Gegner blieb.

Schon nach vier Minuten hatte Zwickau beim Rückstand von 2:10 den ersten kleinen Schock zu verdauen. Das Trainergespann des Gastes reagierte folgerichtig mit einer Auszeit, um seinen Kader gegen die Hausherren wieder in die Spur zubekommen. Eine schnelle Aufholjagd mündete per Dreier von Rostislav Pohlmann in eine 17:14-Führung, akustisch unterlegt von den Trommelschlägen über 80 mitgereister Fans aus der Robert-Schumann-Stadt. Auch einen weiteren Fluchtversuch des RSV Lahn-Dill zum zwischenzeitlichen 33:24 steckte Zwickau weg. Von da an blieben die beiden deutschen Aushängeschilder bei wechselnder Führung auf Augenhöhe.

Die Spannung dieses Schlagabtausches streckte sich bis ins Schlussviertel, als längst klar war, dass den Hessen die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen sein würde. Auch ohne die Topspieler Joey Johnson und Piotr Luszynski, die das Parkett mit überzogenem Foulkonto bereits verlassen hatten, wollten beide Teams den Sieg erzwingen. De besseren Karten dafür erspielte sich der RSV, den Dirk Köhler beim 65:62 noch einmal nach vorn brachte. Doch ein Mateusz Fislipski mit Nerven aus Drahtseilen versenkte trotz Foul in der letzten Minute per Korbleger zum 65:64 und verwandelte auch den anschließenden Freiwurf sicher.

Der polnische Nationalspieler avancierte mit 30 Punkten auch zum Topscorer der Partie, während auf der Seite des neuen deutschen Meisters Richard Peter mit einem Tripple Double (18 Punkte/ 11 Rebounds/ 13 Assists) überragte. Das ungewöhnliche Unentschieden auf der Anzeigetafel war für den RSC das erste Resultat dieser Art in der Bundesliga. Das im Basketball sonst nicht mögliche Ergebnis kann nur durch den Play-off-Modus entstehen, in dem Hin- und Rückspiel eine rechnerische Einheit bilden. Im Jubel des RSV Lahn-Dill über seinen siebten Meistertitel verblasste diese Tatsache jedoch als Randnotiz.

Punkteverteilung

Zwickau: Mateusz Filipski (30/1 Dreier), Rostislav Pohlmann (12/1), Piotr Luszynski (12/1), Günther Mayer (5), Marcin Balcerowski (4), Mehmet Hayirli (2), Matthias Heimbach, Rainer Müller, Frank Oehme

Lahn-Dill: Richard Peter (18), Dirk Köhler (17), Joey Johnson (16), Michael Paye (12), Patricia Cisneros (2), Thomas Gundert, Kai Gerlach, Gesche Schünemann, Jan Kampmann, Marco Zwerger, Felix Schell