RSC Rollis Zwickau steht nach Niederlage vor Herkulesaufgabe

Der amtierende Meister RSC-Rollis Zwickau hat sich im Play-off-Finale keine gute Ausgangsbasis für die Titelverteidigung geschaffen. Am Sonntag musste die Mannschaft um Kapitän Günther Mayer in eigener Halle eine 71:87-Niederlage (19:26/ 31:51/ 48:66) gegen Pokalsieger RSV Lahn-Dill hinnehmen. Die Sachsen handelten sich somit für das entscheidende Rückspiel in Wetzlar am nächsten Samstag eine Hypothek von 16 Punkten ein. Trotz der deutlichen Niederlage hat Headcoach Piotr Luszynski angekündigt bis zum Ende kämpfen zu wollen um die Titelverteidigung doch noch möglich zu machen.

Dazu müsste man im Rückspiel mit mindestens 17 Zählern Vorsprung gewinnen. Gegen die starbesetzte Truppe von Coach Nicolai Zeltinger kommt dies einer Herkulesaufgabe gleich. Die Hoffnung der Sachsen speist sich vor allem aus einer starken zweiten Halbzeit, in der der RSC seinem Gegner ebenbürtig war und eindrucksvoll bewies, dass er auch in schwierigen Spielsituationen nicht einbricht und in der Lage ist zurück zu schlagen.

Doch vorher mussten die über 600 Zuschauer in der Scheffelberghalle zur Halbzeit ein 31:51 zu Ungunsten des Gastgebers feststellen. Nicht wenigen RSC-Fans rief das Resultat die unguten Erinnerungen an das erst zwei Wochen zurückliegende Pokalfinale  wieder ins Gedächtnis. Verantwortlich dafür war wieder einmal ein herausragender Playmaker Michael Paye auf Seiten Lahn-Dills. Dem US-Amerikaner reichten die ersten neun Minuten der Partie, um gleich vier Dreier in den Korb des Gastgebers zu versenken. „Diese Punkte taten weh. Dadurch sind wir aus unserem Rhythmus gekommen“, analysierte Luszynski später die Anfangsphase des Spiels, in dem Zwickau nach vier Minuten beim 10:9 durch Rostislav Pohlmann noch in Front lag, ehe eine 10:0-Serie des RSV die Muldestädter ins Hintertreffen geraten ließ.

Zwar bot Zwickau seinem Gegner deutlich bessere Gegenwehr als noch im Final Four, doch als im zweiten Viertel mehrfach beste Chancen im Angriff ungenutzt blieben, schlich sich spürbare Nervosität in die Aktionen des RSC, die sich in Fehlpässen und einer niedrigen Trefferquote widerspiegelte. Dies nutzte das erfahrene Team aus Wetzlar aus, um sich auf 20 Punkte abzusetzen. Neben Paye brillierte dabei auch wieder Richard Peter.

Dass der Lauf des RSV so nicht weitergehen durfte, machte Zwickaus Trainergespann Piotr Luszynski und Manuela Krause seiner Truppe in der Kabine klar. Mit einer ungleich aggressiveren Verteidigung legte der RSC in der zweiten Hälfte zunächst den Grundstein für eine Aufholjagd, die in ein 46:57 (27. Minute) mündete. Auch wenn dies kurz darauf beinahe wieder egalisiert wurde, so machten die Hausherren damit deutlich, sich noch lange nicht geschlagen zu geben. „Wir haben in Hälfte zwei Paye und Peter besser kontrolliert und nicht mehr so oft in gute Wurfpositionen kommen lassen“, zeigte sich Luszynski zufrieden mit seiner Defense nach dem Seitenwechsel.

Eine Schrecksekunde für Lahn-Dill ereignete sich in der 35. Minute, als sich RSV-Center Dirk Köhler nach einem eher harmlosen Sturz eine schwer blutende Platzwunde am Kopf zuzog und die Begegnung nicht weiter bestreiten konnte. Mit drei Dreiern innerhalb zwei Minuten schob sich Zwickau in den Schlussminuten beim 71:83 noch einmal fast auf Sichtweite, ehe Nationalspielerin Gesche Schünemann von der Linie und per Distanzwurf für den Endstand sorgte.

Punkteverteilung

Zwickau: Piotr Luszynski (25/2), Mateusz Filipski (21/2), Rostislav Pohlmann (7), Marcin Balcerowski (7), Günther Mayer (5), Mehmet Hayirli (4), Matthias Heimbach (2), Rainer Müller, Frank Oehme

Lahn-Dill: Michael Paye (31/4), Richard Peter (21), Joey Johnson (11), Dirk Köhler (8), Gesche Schünemann (6), Patricia Cisneros (6), Thomas Gundert (4), Jan Kampmann, Kai Gerlach, Marco Zwerger, Felix Schell