RSC-Rollis Zwickau verliert trotz Kampfgeist Pokalfinale deutlich

RSC_1724-2Die Revanche für die Vorjahrespleite im Pokalfinale blieb aus. Trotz Heimvorteil konnte der RSC-Rollis Zwickau im Endspiel des Final Four nichts gegen den Titelverteidiger RSV Lahn-Dill ausrichten. Stattdessen ging der amtierende Meister am Sonntagnachmittag gegen seinen Erzrivalen aus Mittelhessen beim 48:86 (15:24/ 22:46/ 37:65) unter und erlebte ein regelrechtes Debakel. Trotz einer bis in die Schlussminuten kämpferischen Leistung unter der Anfeuerung der eigenen Fans blieb die erhoffte Wende nach der Halbzeitpause aus.

Viel Nervosität und eine desaströse Trefferquote brachten die Muldestädter schon zu Beginn der Partie ins Hintertreffen. Den 4:0-Start der Gäste federte die Mannschaft von Piotr Luszynski noch ab. Mateusz Filipski brachte nach fünf Minuten beim 8:8 sein Team zunächst wieder auf gleiche Höhe. Doch ein vom RSC nie zu kontrollierender Richard Peter sorgte mit erfolgreichen Würfen aus der Mitteldistanz dafür, dass der RSV bereits nach dem ersten Viertel neun Zähler mehr auf der Anzeigetafel vorwies.

Die vielleicht vorentscheidende Phase ereignete sich dann schon mit dem Start des zweiten Spielabschnitts. Statt eine Antwort auf die ersten zehn Minuten zu geben, ließ Zwickau seinen Gegner mit 10:0 davon ziehen und lag damit nach gerade einmal einer viertel Stunde mit zwanzig Punkten zurück. Ungläubige Mienen im sächsischen Lager konnten lediglich drei verwandelte Würfe ihres Teams im gesamten zweiten Viertel registrieren. Ausschlaggebend für diesen Spielverlauf war neben der eigenen schlechten Trefferquote (35 Prozent) auch eine Lahn-Diller Verteidigung, an der sich Zwickau die Zähne ausbiss. Mit 40 Rebounds hatte der RSV zudem eindeutige Lufthoheit unter den Brettern. Hinzu kamen Fehler in der eigenen Defense. Immer wieder wurde Playmaker Michael Paye nach Zwickauer Fehlwürfen auf die Reise geschickt und traf zahlreiche Mal unbedrängt unter dem RSC-Gehäuse.

„Wir sind kaum in gute Wurfpositionen gekommen. Der schlechte Start hat uns zudem auch das Selbstvertrauen genommen“, zog Co-Trainerin Manuela Krause eine ernüchterndes Fazit des Finales. „Natürlich war das weit weg von dem, was wir wirklich können, aber so ist Sport. Wir werden uns damit abfinden müssen.“ Die Ansprache in der Halbzeitpause sollte sich dennoch nicht nur auf Schadensbegrenzung reduzieren. „Wir wollten Kampfgeist vorleben und uns nicht unterkriegen lassen. Allein schon wegen unserer Fans, die uns fantastisch unterstützt haben“, so Krause.

Seinen Charakter bewies die Truppe um Kapitän Günther Mayer dann nach dem Seitenwechsel. Während Piotr Luszynski mit zwei Dreiern für seine Farben punktete, zeigte Rostislav Pohlmann keine Nerven von der Freiwurflinie und versenkte dort fünf Würfe in Folge. Zumindest in dieser Statistik lag der RSC am Ende vorne. An der klaren Niederlage endete dies nichts. Auch das vierte Viertel entschied die Mannschaft von Coach Nicolai Zeltinger mit 11:22 für sich und konnte so um 15.45 Uhr vedient den DRS-Pokal in die Höhe stemmen.

Punkteverteilung

Zwickau: Piotr Luszynski (17/3 Dreier), Mateusz Filipski (15/1), Rostislav Pohlmann (11), Marcin Balcerowski (3), Mehmet Hayirli (2), Rainer Müller, Günther Mayer, Matthias Heimbach, Frank Oehme

Lahn-Dill: Richard Peter (28), Michael Paye (27) Joey Johnson (16/ 2), Dirk Köhler (8), Patricia Cisneros (4), Thomas Gundert (3), Gesche Schünemann, Jan Kampmann, Kai Gerlach, Marco Zwerger