RSC-Rollis Zwickau stößt Tür zum Finale auf

Piotr Luszynski

Piotr Luszynski

Mit einem 78:44-Sieg beim USC München im ersten Play-off-Halbfinale hat der RSC-Rollis Zwickau am Samstag die Tür zum Endspiel weit aufgestoßen. Vor 30 mitge-reisten Fans schuf der amtierende Meister nach ausgeglichener erster Hälfte klare Verhältnisse und hatte mit seinem polnischen Dreigestirn aus Piotr Luszynski, Mateusz Filipski und Marcin Balcerowski die überragenden Akteure des Spiels in seinen Reihen. Die Sachsen gehen nun mit einem satten 34-Punktepolster in das Rückspiel am 3. April und dürfen damit schon einmal für das Play-off-Finale planen.

Vom deutlichen Ausgang der Partie war in den beiden ersten Vierteln allerdings noch nichts zu spüren. Vielmehr geriet der RSC zu Beginn gegen hochmotivierte Münch-ner in Bedrängnis. Von der Seitenlinie aus sah eine kritisch dreinblickende Co-Trai-nerin Krause einen stark aufspielenden Gastgeber in der Fischer-von-Erlach-Halle, der in der 4. Minute durch Ben Döring mit 7:4 in Front ging. Durch erfolgreiche Korbleger von Piotr Luszynski und Mateusz Filipski eroberten die Westsachen zunächst wieder die Führung und entschieden den ersten Abschnitt mit 14:10 für sich.

Doch wer nun von einem schnellen Lauf der Gäste ausging, sah sich vorerst getäuscht. Gerade einmal 90 Sekunden benötigte der deutsche Rekordmeister von der Isar, um im zweiten Viertel wieder auf 14:14 auszugleichen. Auch in den folgenden Minuten hielt das Team von Coach Manfred Mikschy den Anschluss. Die 6-Punkteführung zur Halbzeit war alles andere als das erhoffte beruhigende Polster. „München hat sich in Hälfte eins als der erwartet widerstandsfähige Gegner präsentiert“, zollte Manuela Krause dem Kontrahenten Respekt, suchte aber insbesondere in ihrer Mannschaft Gründe für den schleppenden Start. „Während unsere Defense heute einen guten Job gemacht hat, hat unsere Trefferquote vor allem in der Anfangsphase überhaupt nicht gestimmt. Sicher hat die Euroleague ihre Spuren hinterlassen, aber das darf auch nicht als Entschuldigung gelten.“

Was folgte waren kritische Worte des Zwickauer Trainergespanns in der Kabine, die ihre Wirkung nicht verfehlen sollten. Nach der Pause setzte sich der Meister langsam aber sicher über die Stationen 39:32 (23.) und 45:36 (27.) ab. Die entscheidende Phase ereignete sich im Schlussviertel, als die Hausherren über 5 Minuten keinen Korb versenkten. Dies nutzte der amtierende Meister eiskalt aus, um auf 64:36 davon zu ziehen und damit den Bayern für das Rückspiel eine hohe Hypothek aufzubürden. So konnte sich der RSC in München von seinen mitgereisten Fans feiern lassen und steht mit einem Bein schon im Finale.

Neben Zwickaus Topschützen Luszynski (27 Punkte) und Filipski (25 Punkte) zeigte sich auch wieder Marcin Balcerowski in blendender Form. Mit 13 Punkten bei einer hundertprozentigen Trefferbilanz unterstrich der polnische Nationalspieler seine Ausnahmestellung im Low-Point-Bereich der Bundesliga.

Das zweite Semifinale der Play-offs zwischen dem ASV Bonn und Vizemeister RSV Lahn-Dill konnten die Hessen mit 83:54 ähnlich deutlich für sich gestalten, so dass derzeit alle Zeichen auf den großen Klassiker der beiden Erzrivalen aus Zwickau und Wetzlar hindeuten.